Tierfotografie Manfred Grebler


Bildgestaltung & Bildsprache

Allgemeines zum Thema Bildgestaltung

Das Thema Bildgestaltung ist naturgemäß ein sehr breites Thema mit vielen Facetten. Viele der Regeln gehen zurück auf die Malerei. Natürlich wird ein (guter) Fotograf nicht hergehen und bei jedem Bild sich Gedanken über all die Regeln (und Empfehlungen) zu machen. Das würde nicht funktionieren. Aber irgendwann hat man sich die Regeln so verinnerlicht, dass man bei der Bildgestaltung ganz automatisch darauf zurückgreift.
Regeln sind dazu da, sie zu brechen. - Natürlich! - Aber um Regeln mit künstlerischer Absicht brechen zu können, muss man sie erst einmal beherrschen. Das ist vielleicht die eigentliche Kunst dabei. Einfach ohne jede Regel und Bildgestaltung drauf los zu fotografieren, damit wird man auf Dauer nicht glücklich werden.
Zum Themenbereich Bildgestaltung - Bildaufbau - fotografisches Sehen usw. gibt es zwischenzeitlich ziemlich viel Literatur auf dem Markt. Das meiste davon ist allerdings oft schwer verdauliche Kost mit viel Theorie. Vielleicht schreibe ich mal einen separaten Artikel zu den absoluten Basics der Bildgestaltung, auch speziell im Hinblick auf die Pferdefotografie.

Wer sich für das Thema näher interessiert, hier mal eine Buchempfehlung. (Wie gesagt, es gibt sehr viele in der Richtung)

David DuChemin: Sehen und Gestalten
dpunkt Verlag 2014
ISBN 978-3-86490-128-7
Hardcover / 286 Seiten / 39,90 Euro

Individuelle Bildsprache

Jeder Fotograf - egal in welchem Bereich er tätig ist - hat (hoffentlich) seine eigene Bildsprache. Zu sagen "unverwechselbare Bildsprache" wäre so allgemein sicher übertrieben, auch wenn es tatsächlich Fotografen gibt, die man ziemlich sicher an Hand ihrer Bilder erkennen kann. Aber das ist eher eine Ausnahme und zu Zeiten, wo so viel "kopiert" wird, immer seltener.
Das bezieht sich zum einen ich sage mal auf die Motivwahl. Wer meine Pferdebilder kennt (zum Beispiel auf Instagram) und mit anderen Fotografinnen und Fotografen vergleicht, wird sicher auf den ersten Blick deutliche Unterschiede im Portfolio erkennen. Pferde mit Blumenkranz und romantische Bilder im Abendkleid bei Sonnenuntergang findet man bei mir nicht. Dafür viele "sportliche" Bilder, Bilder bei Sonnenschein und blauem Himmel usw.
Nebenbei: Wer einen Pferdefotografen beauftragen will sollte sich daher die Portfolios verschiedener Fotografinnen und Fotografen anschauen und sich überlegen, was möchte man gerne.

Meine persönlichen Merkmale

Nun fotografiere ich ja nicht nur Pferde und Hunde, sondern auch ganz andere Motivbereiche. Von der Landschafts-/Reise-/Naturfotografie über diverse Freizeitsportarten und bestimmten Mode-Themen hin zu klassischen Stockfotos. Meine wesentlichen Merkmale im Hinblick auf Bildgestaltung im weiteren Sinne sind aber fast überall die selben. - Auch wenn natürlich nicht alle Punkte überall elevant bzw. umsetzbar sind. - Diese sind insbesondere

1. Klarer und einfacher (mitunter fast minimalistischer) Bildaufbau
2. Einfache Formen und Strukturen
3. Kräftige Farben und Farbkontraste
4. Glanz und Glitzereffekte

Wie gesagt, nicht alles ist immer angemessen bzw. möglich und natürlich weiche ich davon öfters auch mehr oder weniger ab.

Ein paar Beispiele zu "Einfache Formen und Strukturen" in der Pferdefotografie, gerade bei meinem "Model-Shootings" ist dies von Bedeutung:

Keine Schabracken (oder Kleidung) mit irgendwelchen Mustern. Dies wären kleine unwichtige Strukturen, die aus meiner Sicht vom Gesamten eher ablenken. Gleiches gilt zum Beispiel für Fell an der Trense oder am Sattel.

Eine Reithose erfüllt den Wunsch nach "einfacher Form" sehr gut, ein wallendes Kleid eher nicht. Auch wenn es aktuell eher selten ein Thema ist, vor einigen Jahren bin ich noch oft auf Zweifel gestoßen, wenn ich darum gebeten habe, das T-Shirt in die Hose zu stecken. (Damit es nicht so locker irgendwie rumhängt.) Aktuell mache ich ja auch gerne Fotos mit einem Sportbody statt T-Shirt, was letztlich die Fortführung von klarer Struktur ist. Und auch dem Punkt "Glanz" entgegen kommt.

Bildbeispiele

Hier möchte ich nun einige Bilder aus meinen verschiedenen Aufnahmebereichen zeigen, welche die oben genannten Punkte veranschaulichen. Ich denke, es braucht nicht viel Erklärung dazu.